Woran erkennt man eine gute Kinderstube?

Haben sie im Büro schon einmal gefurzt? Natürlich haben sie, heimlich, möglichst weit entfernt der KollegInnen. Oder gehören sie auch zu jenen, die das gelassen sehen?

Die gute Kinderstube hat uns beigebracht, dass neben den obligatorischen Grußformlen, Bitte& Danke, auch das Bei-sich-behalten diverser Körperinhalte, zum guten Umgangston gehört. Der Benimmguru Österreichs, hat dafür einen  dementsprechenden Business-Ratgeber verfasst. Auf 332 Seiten wird zu diversen Schwerpunktthemen das „how to do“ Preis gegeben. Kein einziger Punkt zum Thema „Flatulenzen in Meetings“ oder „Wie Furze ich richtig neben dem Kollegen“ zu finden?

Das Thema schien so abwegig zu sein, dass kein gesonderter Beitrag dazu notwendig erschien – schade!

Furzen, rülpsen, popeln – der neue Trend?

Eine Geschichte, die sich kürzlich tatsächlich so zugetragen hat:

Es ist ein Meeting anberaumt, nach und nach finden die MitarbeiterInnen, ihre Plätze im Konferenzzimmer. Auch die Leitung trifft ein, und nimmt mit einem hörbaren „PPPrrrffpppppttttt“ Platz. Alle haben´s gehört. Reaktion: „´Tschuldigung!“ (leise, fast unhörbar und in einem sehr entspannten Tonfall, kein Hinweis darauf, dass das der Person unangenehm gewesen wäre).

Natürlich, eventuell eine Ausnahme, ein Versehen, viele denken sich jetzt: „Naja, das wird eben mal passiert sein.“

Ja, im Meeting ist das eventuell nicht die Regel, im Büroraum sehr wohl. In gewissen Branchen hat sich ein „ich fühl mich wie zu Haus“- Benehmen eingestellt.

Flatulenzen sind hierbei nur ein Teil der Geschichte. In der Nase bohren, gemütlich zwischen den Beinen kratzen, rülpsen, Nägel beißen oder Nägel mit den Zähnen reinigen, sind dabei schon die angenehmeren Verhaltensweisen.

Wo sind die Grenzen zu „Sei ganz du selbst!“

Sprüche wie: „Sei wie du bist!“ oder „Sei ganz du selbst!“ sollen uns dabei beflügeln ganz authentisch zu werden. Wo sind die Grenzen? Gesellschaftliche Überregulation nervt uns bereits – einerseits.  Andrerseits treibt das Verhalten neue Blüten.

Die goldene Regel: „Was du nicht willst, das man dir tut, das füg auch keinem anderen zu.“- greift nicht mehr. Die Reaktionen darauf oft nur lapidares Schulterzucken.

Landen wir in der „eh alles egal“ Gesellschaft?

Klar, wir leben im beständigen Wandel. Vor einigen Jahren war es undenkbar, mit der ganzen Welt in Echtzeit vernetzt zu sein. Damals war es ebenso undenkbar, im Büro ungeniert zu furzen.

Legen sie sich eine gepflegte Businessetikette zu, sie macht den feinen Unterschied!

Gewusst wo, gewusst wann. Benimmregeln haben einen Sinn. Sie pflegen unseren Umgang miteinander und geben uns Halt. Missachten wir diese, finden wir uns bald in einem Umfeld wieder, indem auf respektvolles, achtsames Miteinander keinen Wert mehr gelegt wird.

Kommen viele Menschen zusammen, gibt es unterschiedliche Hemmschwellen. Was den einen völlig unberührt lässt, ist einem anderen zu tiefst zu wider. Drum gilt es, sich im öffentlichen Raum auf einen kleinsten, gemeinsamen Nenner zu einigen.

Grundlagen der Höflichkeit, haben nicht nur mit dem Respekt vor anderen zu tun, sondern sehr viel mit einem selbst. Im Sinne der Generation- „Selfie“, wo das eigene Auftreten gerne in den Mittelpunkt gerückt wird, darf man darüber nachdenken, welches Bild man von sich abgeben möchte.

Als Betroffene/r ist es keinesfalls unhöflich, „rotznasiges“ Verhalten (pupsen, popeln…) zur Sprache zu bringen. (Peinliches) Schweigen, hüllt so manche TäterIn in trügerische Sicherheit, unentdeckt zu sein. Bringen sie Licht ins Dunkle. Ich bin sicher, so einige ihrer KollegInnen werden dankbar sein.

Achten sie auf eine gepflegte Business-Etikette, sie ist neben allem Know-How und Können der feine Unterschied.  Gute Manieren sind eine Haltung, die man nicht nur im Bedarfsfall an- oder ablegt.

 

Text: Beate Janota

Bild. Fotolia

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